Vor der Erfindung des Teleskops durch Galileo im Jahr 1609 konnte die Menschheit nur diese 5 Planeten mit bloßem Auge sehen. Ihre Bahnen bildeten die Grundlage der antiken Astrologie.
Suixing (Jupiter) Tugend: Rechtschaffenheit
Rückläufigkeit: Tritt auf, wenn die Erde den Jupiter auf ihrer Bahn überholt.
Bedeutung: Beherrscht den Frühling und das Holz. Ein normaler Lauf bringt dem entsprechenden Staat den Sieg, Verzögerungen bringen Sorgen.
Yinghuo (Mars) Tugend: Anstand
Bedeutung: Beherrscht den Sommer und das Feuer. Sein flackerndes rotes Licht wurde mit Täuschung assoziiert. Er kündigt oft Rebellionen, Krankheiten und Kriege an.
Tianxing (Saturn) Tugend: Integrität
Bedeutung: Beherrscht den Spätsommer und die Erde. Symbolisiert den Gelben Kaiser. Wegen seiner langsamen Bewegung bringt er dem Staat, in dessen Sektor er verweilt, tiefen Segen.
Taibai (Venus)
Aliasse: Morgenstern (Qiming), Abendstern (Changgeng).
Bedeutung: Beherrscht den Herbst und das Metall. Regiert über Kriege. Ihr unregelmäßiges Erscheinen wurde mit militärischen Niederlagen in Verbindung gebracht.
Chenxing (Merkur) Tugend: Strafe
Bedeutung: Beherrscht den Winter und das Wasser. Da er der Sonne am nächsten ist, ist er schwer zu beobachten. Sein Ausbleiben über alle vier Jahreszeiten kündigte große Hungersnöte an.
Das von den Alten beobachtete „Vorrücken und Zurückweichen“ und die „Rückläufigkeit“ (wie z. B. das Verweilen des Mars im Sternbild Herz) werden in der modernen Astronomie als „scheinbare rückläufige Bewegung“ (Apparent Retrograde Motion) bezeichnet. Dies bedeutet nicht, dass sich der Himmelskörper tatsächlich im Universum rückwärts bewegt, sondern liegt daran, dass die Bahngeschwindigkeit der Erde schneller ist als die der äußeren Planeten (wie Mars oder Jupiter). Wenn die Erde sie auf der Innenbahn „überholt“, scheinen sich die äußeren Planeten aus irdischer Sicht am Sternenhimmel rückwärts zu bewegen. Die Alten interpretierten dieses rein orbitale Parallaxenphänomen als eine strenge Warnung des Himmels hinsichtlich der Regierungsfehler irdischer Könige.
Übersetzung von Kalenderwesen und Chronometrie: Jupiterzyklus und jovianischer Orbitalkalender
Das Tianguan Shu nennt Jupiter den „Jahresstern“ (Sui Xing), weil die Alten genau maßen, dass Jupiter etwa 11,86 Jahre braucht, um die Sonne zu umkreisen, was sehr nahe an 12 Jahren liegt. Deshalb unterteilten sie die Ekliptik des Nachthimmels in zwölf gleiche Sternenstationen. Jupiter rückt ungefähr jedes Jahr in eine neue Station vor, was die physikalische Grundlage für den chinesischen Tierkreis und den „Jovianischen Orbitalkalender“ bildet. Die Alten nutzten die Umlaufzeit dieses Riesenplaneten, um eine massive und extrem stabile kosmische Uhr am Himmel zu errichten.
Der Rest des 'Shiji' erklärt Wahrsagerei basierend auf Lichtern und Wetterphänomenen. Vor der Vereinigung durch die Qin-Dynastie hatte jeder Stamm seine eigenen Regeln.
Sima Qian versuchte, einen einheitlichen Standard für die Han-Dynastie zu etablieren. Aus moderner Sicht sind diese Weissagungen jedoch ungenau. Dieses Kapitel konzentriert sich daher auf die Kernkonzepte der Fünf Planeten und lässt mühsame divinatorische Details weg.